Medienresonanz | 28.11.2019

Nur fast die Hälfte der Kurzeitarbeitslosen erhält ALG 1

Weniger als die Hälfte der Menschen, die nur kurzzeitig ohne Job sind, erhalten das eigentlich für sie gedachte Arbeitslosengeld I, wie aus der Antwort der schriftlichen Frage an die Bundesregierung hervor geht. Darüber berichtete heute die Nachrichtenagentur AFP und es wurde in weiteren Medien wie folgt aufgenommen:

"Das ist ein nicht tragbarer Zustand", sagte der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn AFP. Die Arbeitslosenversicherung erfülle nicht ihren Zweck und müsse gestärkt werden. "Von der Idee, 'Arbeitslose erhalten im ersten Jahr (Kurzzeitarbeitslosigkeit) Arbeitslosengeld I und Langzeitarbeitslose erhalten Arbeitslosengeld II', sind wir weit entfernt." Zu viele Menschen würden im Fall von Arbeitslosigkeit direkt zum Jobcenter durchgereicht, anstatt von der Agentur für Arbeit betreut zu werden - sie bekämen also Hartz IV anstatt Arbeitslosengeld I. Um dies zu ändern, sollten Beschäftigte bereits nach vier statt der bisher geltenden zwölf Monate Beitragszahlung einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erhalten, forderte Strengmann-Kuhn. Denn die Schwäche der Arbeitslosenversicherung habe noch eine weitere negative Seite: Wenn immer mehr Kurzzeitarbeitslose direkt zu den Jobcentern durchgereicht würden, führe das dort zu Mehrbelastungen und erschwere es den Jobcentern, ihre eigentlichen Aufgabe wahrzunehmen - die Vermittlung und Unterstützung von Langzeitarbeitslosen. Mehr als 750.000 Arbeitslose würden vom Jobcenter betreut, obwohl sie weniger als ein Jahr arbeitslos sind.

Der gesamte Artikel erschien auf www.welt.de hier: https://www.welt.de/newsticker/news1/article203874052/Bundestag-Weniger-als-die-Haelfte-der-Kurzzeitarbeitslosen-erhaelt-ALG-I.html