Medienresonanz | 22.06.2021

Abschaffung des Ehegattensplittings

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet über die neue Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zu den möglichen Auswirkungen einer Abschaffung des Ehegattensplittings am 21.06.2021 wie folgt:

„Durch das jetzige Steuersystem sind die Arbeitsanreize für viele verheiratete Frauen in Deutschland besonders gering“, sagt RWI-Finanzwissenschaftler Robin Jessen. „Unsere Untersuchung zeigt, dass sich eine Abschaffung des Ehegattensplittings sehr positiv auf die Erwerbstätigkeit und auf die Geschlechtergleichheit in Deutschland auswirken könnte.“ Außerdem würde die deutsche Wirtschaft durch die Steigerung der Erwerbstätigkeit einen Aufschwung erleben. Laut Berechnungen der Wissenschaftler könnte infolgedessen das Bruttoinlandsprodukt einmalig um bis zu 1,5 Prozent steigen.

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Die Grünen, die SPD und die Linke haben bereits angekündigt, das Thema Ehegattensplitting nach der Wahl angehen zu wollen. „Statt einer Eheförderung wollen wir künftig eine Kinderförderung, die unabhängig von der Erwerbstätigkeit und vom Familienstand der Eltern ist“, erklärt der Grünen-Abgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn.

Im Wahlprogramm der Grünen steht deshalb, dass das Ehegattensplitting für Neuehen durch eine Individualbesteuerung mit einem übertragbaren Grundfreibetrag ersetzt werden soll. Dazu kommt eine sogenannte Kindergrundsicherung von etwa 300 Euro für alle Kinder und einem zusätzlichen Betrag bei geringem Einkommen. „In der Regel stehen Familien mit Kindern dadurch finanziell besser da als vorher“ sagt Strengmann-Kuhn. Allerdings wollen die Grünen das Ehegattensplitting nicht für schon bestehende Ehen abschaffen. „Das würde vor allem Ehepaare benachteiligen, bei denen die Kinder schon erwachsen sind und die deshalb gar nicht mehr von der Kindergrundsicherung profitieren würden.“

Den gesamten Artikel von Anna Grüneberg, vom 21.06.2021 "Abschaffung des Ehegattensplittings könnte 500.000 Menschen in Arbeit bringen" gibt es hier: https://www.rnd.de/wirtschaft/abschaffung-des-ehegattensplittings-koennte-500-000-menschen-in-arbeit-bringen-5QXWMVFWEJAG3KX6ASIQWG7TFY.html